Wurmkur

Bei Hunden tritt ein Befall mit Bandwurm und Fadenwurm immer wieder auf. Die Entwurmung wird allgemein einfach als Wurmkur bezeichnet und umfasst in erster Linie die Gabe eines Anthelminthikums. Zu den heute unter anderem eingesetzten Wirkstoffen im Rahmen einer Wurmkur gehören

1. Mebendazol,
2. Pyrantel,
3. Ivermectin und
4. Praziquantel.

Um eine möglichst hohe Breitbandwirkung zu erzielen, können die Wirkstoffe in Präparaten kombiniert zum Einsatz gebracht werden. Die Wirkungsmechanismen der einzelnen Anti-Wurmmittel sind unterschiedlich. Während einige in den Zellen der Würmer die Aufnahme bestimmter Stoffe verhindern, blockieren andere Wirkstoffe – wie zum Beispiel Mebendazol – deren Zellteilung oder beeinträchtigen die Bewegungsfähigkeit der Würmer.

Da eine Wurmkur keinen dauerhaft prophylaktischen Charakter hat, wird in der Tiermedizin eine regelmäßige Entwurmung empfohlen. Ist mit keiner übermäßigen Durchseuchung innerhalb einer Population zu rechnen, ist ein vierteljährlicher Rhythmus beim erwachsenen Hund allgemein ausreichend. Bei Welpen sollte die Gabe der Präparate zum ersten Mal mit zwei bis drei Lebenswochen erfolgen, da Welpen sich bereits im Mutterleib bzw. mit Wurmlarven aus der Muttermilch infizieren können. Zudem hat hier eine Wiederholung der Wurmkur etwa alle zwei Wochen zu erfolgen, weiil die Tiere unter einem höheren Infektionsdruck stehen.

Wichtig: Gerade bei Welpen treten Spul- und Hakenwurm in den Vordergrund. Beim erwachsenen Tier gewinnen dagegen die Bandwürmer an Bedeutung. Entsprechend müssen die Präparate auf die sich ändernde Situation angepasst werden.
Grundsätzlich ist die Entwurmung eine wesentliche Maßnahme zur Erhaltung der Gesundheit bei Hunden. Diverse Wurmarten führen nicht nur zu Mangelerscheinung durch das Parasitieren im Darm. Eine Ansiedelung im Weichteilgewebe kann zum Abszess, zu Eiterbildung oder Ähnlichem führen. Darüber hinaus stellt die Aufnahme von Blut bei einer massiven Besiedelung ein großes Problem dar, es kann zur Anämie kommen. Aber auch aus Rücksicht auf die Gesundheit des Halters bzw. der Familie ist die Entwurmung anzuraten. Viele Wurmarten können auf den Menschen übertragen werden – es droht ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Aufgrund der häufigen Anwendung verursacht die Entwurmung für Hundehalter je nach Präparat und Hund beim Tierarzt Kosten zwischen 50 Euro bis 100 Euro pro Jahr. Besonders in höherwertigen Tarifen der Hundekrankenversicherung können diese Ausgaben bezuschusst werden. In welchem Umfang die Erstattung erfolgt, variiert allerdings von Tarif zu Tarif.