Versicherungsbeginn

Im Versicherungsrecht ist für die Geltendmachung von Ansprüchen aus einem Vertrag zur Hundehaftpflichtversicherung oder Hundekrankenversicherung der Zeitpunkt des Schadensereignisses entscheidend. Es kommt darauf an, ob das Ereignis vor oder nach dem Versicherungsbeginn stattgefunden hat. Dabei kennt das Versicherungsrecht mehrere Definitionen für den Beginn der Versicherung. In Anlehnung an § 10 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) sind die rechtlichen Erfordernisse an den Versicherungsbeginn mit dem Vertragsschluss erfüllt.

Darüber hinaus kann in der Praxis vom formellen Beginnen der Versicherung durch den Versicherungsvertrag abgewichen werden, wenn Versicherungsnehmer und Gesellschaft sich auf ein Datum für den Versicherungsbeginn einigen. Beispiel: Der Vertrag wird am 15. Juni geschlossen, vereinbart wird ein wirksamer Beginn aber erst zum 01. Juli. Allerdings ist in diesem Zusammenhang immer zwischen dem Versicherungsbeginn und dem Beginn des wirksamen Versicherungsschutzes zu unterscheiden.

Hintergrund: Durch das Versicherungsvertragsgesetz bzw. die Versicherungsbedingungen können Zeiträume definiert werden, in denen zwar die Versicherung besteht, der versicherte Hundehalter aber keinen Anspruch auf eine Leistung geltend machen kann. Dies wäre beispielsweise beim Zahlungsverzug der Erst- oder Einmalprämie der Fall. Nach § 37 VVG sieht der Gesetzgeber für diesen Fall die Leistungsfreiheit für den Versicherer vor. Seitens der Gesellschaften wird dieser Sachverhalt unter anderem in den Allgemeinen Bedingungen der Haftpflichtversicherung (welchen auch die Hundehalterhaftpflicht unterliegt) verankert, die den Beginn des Versicherungsschutzes entsprechend der verspäteten Zahlung verschieben. Wichtig: In einem solchen Fall kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten.

Versicherungsbeginn und Versicherungsschutz können aber noch aufgrund anderer Abreden und Klauseln getrennt werden. Gerade in der Hundekrankenversicherung sind mehrmonatige Wartezeiten für bestimmte Behandlungen/Diagnosen üblich. Erstattungen für eine Tierarztbehandlung können erst nach Ablauf dieser Karenzphase durch den Halter von seiner Versicherung verlangt werden. Ausnahmen sind regelmäßig Behandlungen wegen Unfallfolgen. Hierfür besteht in vielen Tarifen Versicherungsschutz direkt mit Beginn der Versicherung.