Verjährung

Der Begriff Verjährung bezeichnet im Versicherungs- und Zivilrecht einen Zustand, in dem berechtigte Ansprüche durch Fristablauf nicht mehr geltend gemacht werden können. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Hunde einen Schaden in geringer Höhe verursachen und die Halter aufgrund dieses Sachverhalts die Durchsetzung von Leistungen gegenüber dem Versicherer unterlassen. Kommt es dann nach Ablauf der vorgesehenen Verjährungsfrist zu einem Umdenken beim Versicherten, greift der Anspruch trotz des Erfüllens aller Bedingungen ins Leere.

Aufgrund einer Neuregelung im Versicherungsvertragsgesetz sowie dem Bürgerlichen Gesetzbuch gelten derzeit (Stand Dezember 2014) drei Jahre allgemein als zugrunde liegende Verjährungsfrist. Diese beginnt nicht mit dem Datum des Schadensfalls. Hinsichtlich des Ablaufs der Verjährung wird im Zivilrecht in der Regel das Jahresende als geltender Grundsatz aufgefasst. Demnach beginnt die dreijährige Verjährungsfrist Ende Dezember. Beispiel: Ein Hund verursacht am 10. Juni 2014 einen Schaden. Erst mit dem Jahresende beginnt die Uhr zu ticken. Verjährt wäre das Ganze also erst zum Jahreswechsel 2017/2018.

Aber: Die Verjährungsfrist kann nach § 15 VVG gehemmt werden – und zwar durch den Anspruch aus einem Versicherungsvertrag. Solange die Gesellschaft darüber entscheidet, greift die Verjährung nicht. Deren Hemmung wird erst mit dem Zugang der Entscheidung beim Anspruchsteller wieder aufgehoben.