Sachschaden

Der Sachschaden ist einer der wesentlichen Anspruchsgründe, in dem die Privathaftpflichtversicherung bzw. die Hundehaftpflichtversicherung von Versicherten in Anspruch genommen wird. Anders als beispielsweise in Österreich, wo durch den Versicherungsverband Österreich eine konkrete Definition des Sachschadens stattfindet, fehlt diese Begriffsbestimmung im deutschen Versicherungsrecht.

Allerdings lässt sich der Sachschaden aus den Erklärungen des Bürgerlichen Gesetzbuches ableiten, wonach es sich bei einer Sache um körperliche Gegenstände handelt. Da ein Sachschaden wertmindernd bis zur wirtschaftlichen Unbrauchbarkeit auf eine Sache einwirkt, setzt der Sachschaden zum Schadenszeitpunkt eine weitgehende Mängelfreiheit voraus.

Anhand dieser Erklärung lässt sich nicht nur die Reichweite des Begriffs Sachschaden ermessen. Auch die Tatsache, dass ein bereits bei Fertigstellung vorhandener Sachmangel nicht als Sachschaden im Sinne der Haftpflichtversicherung ausgelegt werden kann, wird an dieser Stelle klar. Generell kann im Alltag ein Sachschaden an

1. Fahrzeugen,
2. Gebäuden,
3. sonstigen Errichtungen (Zäune, Carport etc.),
4. Mobiliar,
5. Elektro-Geräten bzw. Elektro-Großgeräten aber auch
6. Dingen der belebten Natur (soweit das Sachenrecht zur Anwendung kommt)

entstehen. Im Rahmen der Haftpflichttarife geht die Deckung für einen Sachschaden relativ weit. Allerdings werden über die Allgemeinen Versicherungsbedingungen zur Privathaftpflichtversicherung verschiedene Ausnahmen definiert. Diese betreffen zum Beispiel den sogenannten Mietsachschaden. Dabei handelt es sich um einen Schaden an von Dritten

1. gemieteten,
2. geleasten oder
3. gepachteten

Sachen bzw. Gegenständen. Gerade im Zusammenhang mit der Haltung innerhalb von Mietwohnungen kann dieser Ausschluss zum Problem werden. Um als Hundehalter das finanzielle Risiko durch diese Sachschadensgruppe auszuschließen, ist bei der Tarifauswahl auf den Einschluss der Mietsachschäden zu achten, den Versicherer oft durch die Besonderen Versicherungsbedingungen bzw. die Risikobeschreibung zu ihren Tarifen regeln. Unberührt bleibt davon aber ein Ausschluss der sogenannten Allmählichkeitsschäden durch Flüssigkeiten, Gase usw.

Hinsichtlich der maximalen Leistungssumme (siehe Deckungssumme) wird in der Hundehaftpflicht heute in vielen Tarifen mit pauschalen Summengrenzen gearbeitet. Die Deckungssumme gilt damit in gleicher Höhe für den Personen-, Sach- und Vermögensfolgeschaden. Dabei sollten wenigstens drei Millionen Euro Schadenssumme versichert werden. Als empfehlenswert wird in der Regel aber eine Deckungssumme in Höhe von fünf Millionen Euro angesehen. Tarife mit einer Leistungsstaffel nach Sach-, Personen- oder Vermögensschaden sind in der Hundehaftpflicht inzwischen eher selten.