Mietsachschaden

Viele Hunde werden in Mietwohnungen gehalten. Aufgrund der Sorgfaltspflicht gegenüber der Mietsache erwachsen dem Halter hieraus besondere Pflichten. Im Zusammenhang mit der Hundehaltung kann es zum Beispiel zu Schäden am Bodenbelag (Kratzer im Parkett oder Flecken im Teppichboden) kommen. Ebenfalls denkbar sind Beschädigungen an Türblättern und –rahmen oder Beeinträchtigungen durch das Absetzen von Kot und Urin – Hinterlassenschaften, die in Sockelleisten oder Tapeten einziehen können.

Beispiele für Schadensereignisse, die im Versicherungswesen unter dem allgemeinen Begriff des Mietsachschadens zusammengefasst werden. Dabei handelt es sich um Schäden, die an

1. gemieteten,
2. gepachteten und
3. geleasten

Sachen entstehen. Aufgrund der Halterhaftung nach § 833 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) bzw. der Sorgfaltspflicht für die Mietsache ist mit dem Entstehen des Mietsachschadens ein Schadensersatzanspruch verbunden. Der Eigentümer beschädigter Sachen kann die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands – oder einen geldwerten Schadenersatz – verlangen.

Im Hinblick auf die Absicherung der Hundehaltung gegen das Risiko von Mietsachschäden sind folgende Punkte besonders zu beachten: Bereits in der Privathaftpflichtversicherung kann ein Versicherer die Übernahme solcher Schäden aus dem Leistungskatalog streichen. Ist der Mietsachschaden als Leistungsausschluss eingestuft, werden Ansprüche durch den Versicherer nicht geregelt. Heben die besonderen Bedingungen zur Hundehaftpflichtversicherung diesen Leistungsausschluss nicht auf, können keine Ansprüche aus dem Mietsachschaden gegen die Versicherung geltend gemacht werden.

Halter müssen daher nicht nur die Allgemeinen Versicherungsbedingungen prüfen. Bei der Auswahl passender Tarife kommen weitere Hindernisse hinzu. Häufig werden die Leistungen für den Mietsachschaden

1. in der Leistungshöhe gedeckelt (Summenbegrenzung) und
2. Allmählichkeitsschäden ausgenommen.

Letztere entstehen dann, wenn Flüssigkeiten oder Gase auf Dauer einwirken und die schädigende Wirkung erst durch dieses zeitlich fortgesetzte Einwirken auftritt. Beispiel: Der Wassernapf des Hundes steht auf einem Parkettfußboden immer an der gleichen Stelle. Verschüttetes Wasser führt nach und nach zu einem deutlich sichtbaren Wasserschaden im Holz – der gesamte Parkettboden muss abgeschliffen und neu versiegelt werden.

Ein weiteres Problem beim Mietsachschaden betrifft eventuell auftretende Glasschäden. Letztere sind häufig nicht automatisch in die Versicherungsverträge eingeschlossen. Weitere Ausschlüsse ergeben sich für Schäden, die durch Schimmel entstehen oder mobile Gegenstände betreffen. Halter, die Verbiss an Mobiliar (zum Beispiel in Hotelzimmer oder Ferienwohnungen) absichern wollen, müssen in ihrer Hundehaftpflichtversicherung auf entsprechende Deckungserweiterungen achten.

Wichtig: Die Versicherung gegen Mietsachschäden wird seitens der Gesellschaften oft auf das private Wohnumfeld eingeschränkt. Selbständige und Arbeitnehmer mit beruflich genutztem Arbeitszimmer sollten diesen besonderen Sachverhalt mit ihrer Versicherung im Vorfeld klären.