Megaösophagus

Beim Megaösophagus handelt es sich um eine Erkrankung, die nicht ausschließlich beim Hund anzutreffen ist. Dabei kommt es zu anatomischen Veränderungen im Bereich der Speiseröhre (Ösophagus). Letztere ist im Vergleich zu gesunden Hunden deutlich erweitert und verursacht gerade bei der Nahrungsaufnahme Probleme.

Neben einem neu entstandenen Megaösophagus, den man als erworbenen Megaösophagus bezeichnet, kann die Erkrankung auch genetische Ursachen haben. So kann sich aufgrund fehlentwickelter Blutgefäße (persistierender rechter Aortenbogen) eine Engstelle in der Speiseröhre entwickeln, die das Abschlucken der Nahrung in den Magen verhindert. Eine sogenannte Striktur (Engstelle) kann neben dem Aortenbogen auch durch

1. Tumore,
2. Vergiftungen,
3. Vernarbungen oder
4. Entzündungen

entstehen und die Speiseröhre verlegen.

Der angeborene Megaösophagus ist meist sehr früh, das heißt schon im Welpenalter erkennbar. Als sichtbarstes Anzeichen der Erkrankung gilt in der Tiermedizin das sogenannte Regurgitieren. Halter würden hierbei im ersten Moment von Erbrechen sprechen. Der Hund würgt kurz nach der Nahrungsaufnahme den Nahrungsbrei wieder aus.

Im Gegensatz zum Erbrechen hat die Nahrung beim Regurgitieren den Magen nicht erreicht, sondern ist in der Speiseröhre verblieben. Daher fehlen dem Herauswürgen der Nahrung aus der Aussackung typische Anzeichen für Erbrechen (zum Beispiel Bauchpresse). Durch die in der erweiterten Speiseröhre verbleibende Nahrung können weitere Folgeerkrankungen entstehen. Teile des Nahrungsbreis lösen beim Abwandern in die Lunge eine Pneumonie (Lungenentzündung, auch Aspirationspneumonie) aus. Neben dem Regurgitieren als Leitsymptom kommt es beim Megaösophagus zu einem deutlichen Gewichtsverlust – speziell im Fall einer Chronifizierung der Erkrankung.

Durch den behandelnden Tierarzt lässt sich ein Megaösophagus meist recht schnell erkennen. Neben einer Erhebung der Krankengeschichte lässt sich bereits mit der körperlichen Untersuchung ein erster Verdacht erhärten. Auf dem Röntgenbild ist die erweiterte und mit Luft gefüllte Speiseröhre oder die Engstelle meist deutlich sichtbar. Hinsichtlich der Behandlung lassen sich sowohl der erworbene Megaösophagus als auch die Striktur durch den persistierenden rechten Aortenbogen operativ oder medikamentös behandeln.

Dabei liegt das Augenmerk beim sekundären Megaösophagus in der Regel auf einer Behandlung der Grunderkrankung, nach deren Abheilen sich die Beschwerden zurückbilden. Eine Behandlung des genetisch bedingten Megaösophagus ist wesentlich schwieriger, da Halter hier häufig über die Wahl des richtigen Hundefutters und das Fütterungsprozedere durch die Nahrungsaufnahme unterstützen müssen. Zu den Rassen, die von der angeborenen Speiseröhrenerweiterung besonders betroffen sind, gehören unter anderem

1. Foxterrier,
2. Deutscher Schäferhund,
3. Deutsche Dogge und
4. Labrador Retriever.

Gerade der erbliche Megaösophagus kann in vielen Tarifen der Hundekrankenversicherung bzw. der Hunde-OP-Versicherung zu den Leistungsausschlüssen gehören. Dabei muss die Frage beantwortet werden, inwiefern diese nur für den Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder darüber hinaus gelten.