Mastitis

Von einer Mastitis wird in der Tiermedizin gesprochen, wenn sich die Milchdrüsen von Hündinnen entzünden. Ursache der Entzündung (Gesäugeentzündung) sind häufig bakterielle Infektionen, die vor allem bei säugenden Tieren auftreten. Zum Eintritt der Keime in das Gesäuge kommt es häufig durch kleine Wunden. Diese entstehen unter anderem durch die saugenden Welpen am laktierenden Hund. Deren Zähne und Krallen verletzen die Haut an den Milchdrüsen, über genau die es zur Infektion des Gesäuges kommt.

Neben dieser bakteriellen Ursache kann die Mastitis noch auf einem anderen Weg entstehen – durch einen Sekretstau. Durch eine Verlegung der Milchkanäle oder wenn von den Welpen nicht genug Milch gesäugt wird, kann es zum Milchstau kommen. Hierbei tritt Sekret ins umgebende Gewebe über und löst Entzündungsreaktionen aus.

Egal, welche Ursache die Mastitis beim Hund hat, die Symptome sind sich ähnlich. Betroffene Muttertiere lassen an den betroffenen Milchdrüsen meist eine deutliche Rötung und die entzündungstypische Überwärmung erkennen. Hinzu kommen oft auch Schmerzen, was weitreichende Folgen haben kann. Die Hündin lässt ihre Welpen seltener oder gar nicht mehr an den entzündeten Milchdrüsen saugen. Nimmt die Mastitis einen schweren Verlauf, können Fieber und ein beeinträchtigter Allgemeinzustand die Folge sein. Ein weiteres Merkmal der Entzündung ist blutig-eitriger Ausfluss aus den betroffenen Drüsen.
Aufgrund der Risiken, die mit einer Mastitis einhergehen, ist die Behandlung durch einen Tierarzt unbedingt zu empfehlen. Hinsichtlich der Diagnose wird der Tierarzt in der Regel das Gesäuge und auch die Milch auf bakterielle Belastungen untersuchen. Nachweisbar sind unter anderem Keime wie:

1. Streptokokken,
2. Staphylokokken und
3. Escherichia coli.

Die Bestimmung der verursachenden Keime ist nicht nur für die Diagnose, sondern auch für die Therapie von wesentlicher Bedeutung. Hintergrund: Eine Behandlung der Gesäugeentzündung erfolgt allgemein durch die Gabe von Antibiotika. Um das Medikament optimal auf die Erreger abzustimmen, ist deren Bestimmung notwendig.

Neben der Gabe von Antibiotika unterstützen Schmerzmittel, die Kühlung der betroffenen Milchdrüsen und Prolaktinhemmer eine Behandlung der Mastitis. Letztere hemmen die Milchbildung. Für die Halter säugender Hündinnen ein Problem, denn die Welpen dürfen beim Vorliegen einer bakteriellen Mastitis nicht mehr ans Gesäuge. Hintergrund: In der Milch lässt sich eine hohe Keimzahl nachweisen. Für die Welpen stellt die Gesäugeentzündung daher ein Infektionsrisiko dar. Geht die Mastitis mit der Bildung von Abszessen einher, kann zusätzlich deren Entfernung angebracht sein. Um die Mastitis möglichst frühzeitig zu erkennen, sollten Halter nach der Geburt von Welpen das Gesäuge des Muttertiers regelmäßig auf Anzeichen einer Entzündung hin untersuchen.