Listenhund

Als Listenhunde werden in Deutschland bestimmte Hunderassen bezeichnet, denen die Behörden ein höheres Aggressionspotenzial beimessen. Umgangssprachlich wird für diese Hunde auch der Begriff Kampfhund benutzt. Dieser ist allerdings zu ungenau, da sich die Rolle der echten Kampfhunde im Zusammenhang mit einer Verwendung als Kriegshund bzw. im Rahmen von Tierkämpfen über Jahrhunderte entwickelt und verändert hat.

In Deutschland ist der Begriff Listenhund bzw. der Umfang von Rasselisten nicht abschließend auf Bundesebene geregelt. Einzig das HundVerbrEinfG (Hundeverbringungs- und –einfuhrbeschränkungsgesetz) beinhaltet eine Rasseliste. Für

1. Pitbull-Terrier,
2. American Staffordshire-Terrier,
3. Staffordshire-Bullterrier,
4. Bullterrier und
5. deren Kreuzungen

gilt ein bundesweites Einfuhrverbot. Die eigentliche Einstufung einer Hunderasse aufgrund ihrer Gefährlichkeit als Listenhund erfolgt dagegen auf Ebene der Bundesländer. Hier findet allerdings keine einheitliche Bewertung statt.

Beispiel: Der American Bulldog gilt in Hessen als gefährlich, in Bayern und Nordrhein-Westfalen wird eine Gefährdung durch die Rasse angenommen. Alle anderen Länder stufen den American Bulldog nicht als gefährlich ein, er ist damit hier auch kein Listenhund.

Hinweis: Einige Bundesländer stufen die Stellung der Listenhunde ab. Während Rassen wie der

1. American Staffordshire Terrier,
2. Staffordshire Bullterrier oder
3. Pitbull Terrier

häufig per se als gefährlich gelten, kann für andere Hunde im Rahmen eines Wesenstests die vermutete Gefährlichkeit widerlegt werden. Hierzu zählt beispielsweise der Mastino Napoletano oder Rottweiler. Diese Differenzierung variiert von Bundesland zu Bundesland.

Da die Rasseliste oft Bestandteil der Hundegesetzgebung auf Länderebene ist, werden die Tiere auch als Anlagenhunde bezeichnet. Welche Bedeutung hat die Führung als Listenhund? Allgemein gelten für diese Rassen besondere Vorschriften hinsichtlich Haltung und Vermehrung.

Darüber hinaus wirkt sich das Führen einer Rasse als Listenhund auch auf den Versicherungsschutz aus. In einigen Bundesländern hinsichtlich der Haltung zur Bedingung gemacht, lehnen viele Gesellschaften einen Abschluss in den Standardtarifen zur Hundehaftpflichtversicherung ab. Halter müssen nicht selten auf Spezialtarife ausweichen, die entweder einen ungünstigeren Versicherungsschutz enthalten oder aber erheblich teurer sein können.

Wichtig: Durch die Hundegesetze der Bundesländer wird der Abschluss einer Hundehalterhaftpflichtversicherung im Zusammenhang mit der Haltung eines Listenhundes häufig vorgeschrieben. In Einzelfällen ist deren Bestehen zuständigen Behörden sogar anzuzeigen.

Hinzu kommt ein weiteres Problem. Diverse Kommunen erheben für einen Listenhund bzw. deren Rassevertreter eine erhöhte Hundesteuer. In einigen Fällen ist diese im Vergleich zum Standardtarif mit bis zu mehr als 1.000 Euro deutlich teurer.