Kampfhund

Als Kampfhund werden bestimmte Hunderassen bezeichnet, von denen nach allgemeiner Auffassung ein gesteigertes Aggressionspotenzial ausgeht. Aufgrund der Tatsache, dass Behörden aus diesem Zusammenhang ein gewisses Gefährdungspotenzial ableiten, unterliegt die Haltung entsprechender Rassen teils strengen Vorschriften. Mittlerweile gebräuchlich ist für diese Rassen der Begriff Listenhund, da in den einzelnen Bundesländern Rasselisten mit den als gefährlich eingestuften Rassen geführt werden.

Neben der Tatsache, dass durch die geltenden Hundegesetze ein Haltungsverbot für einzelne Rassen ausgesprochen wird, können für Kampfhunde weitere Beschränkungen gelten. Dies betrifft einerseits die Person des Halters (Altersbeschränkungen, Sachkundeprüfung) als auch den Hund (Leinenzwang, Maulkorbpflicht, Wesenstest, Zuchtverbot etc.).

Zu den Rassen, die sich heute auf Rasselisten wiederfinden, gehören unter anderem

1. American Bulldog,
2. Bullterrier,
3. American Staffordshire Terrier,
4. Pitbull Terrier,
5. Mastiff oder
6. Staffordshire Bullterrier.

Aber auch in Deutschland eher unbekannte Hunderassen wie der Dogo Argentino, Mastino Napoletano und Fila Brasileiro werden in einigen Länderrasselisten aufgeführt. Dabei wird im Allgemeinen entweder allgemein von einer Gefährlichkeit ausgegangen bzw. die Rasse als gefährlich angesehen Für den einzelnen Hund besteht jedoch oft, allerdings nicht in allen Bundesländern, die Möglichkeit zum Wesenstest.

Der historisch gewachsene Begriff Kampfhund muss aufgrund der früheren Bedeutung von dieser Definition der Listenhunde getrennt betrachtet werden. Über Jahrhunderte hinweg wurden diverse Hunderassen (zum Beispiel molossoide Rassen) auch vor dem Hintergrund militärischer Auseinandersetzungen gehalten. Entsprechende Beispiele finden sich bereits in der Antike. Darüber hinaus entwickelten sich parallel Zuchtlinien, die in erster Linie zum Hundekampf eingesetzt wurden. Hierbei entstanden beispielsweise Kreuzungen aus Bulldoggen und Terriern.

Im Rahmen der Hundehaftpflichtversicherung stellen Listenhunde eine Besonderheit dar. Viele Gesellschaften nehmen deren Rassevertreter nicht in Tarife mit Standarddeckung auf, da die Tiere an dieser Stelle ein nicht versicherbares Risiko darstellen. Halter der betroffenen Rassen können alternativ aber zu Spezialtarifen mit vergleichbarem Versicherungsschutz, aber deutlich höheren Beiträgen, greifen. Im Vergleich zu anderen Rassen erheben viele Gemeinden für Listenhunde darüber hinaus einen erhöhten Satz in der Hundesteuer.