Ikterus (Hund)

Als Ikterus wird in der Veterinär- und Humanmedizin eine Gelbfärbung der Haut, Schleim- und Bindehaut des Auges bezeichnet. Dieser Effekt entsteht durch einen gestörten Abbau des Bilirubins. Dabei handelt es sich um ein Abbauprodukt des Blutfarbstoffs Hämoglobin. Aus dem roten Hämoglobin bildet sich nach dem Ende des Lebenszyklus der Blutkörperchen das gelbe Bilirubin.

Normalerweise kommt es beim gesunden Tier zu einer Ausscheidung des Bilirubins über die Leber in den Darm bzw. aus der Niere in den Urin. Beim Auftreten verschiedener Krankheitsbilder sind Störungen dieses Stoffwechsels möglich. Das Bilirubin wird dann nicht mehr ausgeschieden, sondern reichert sich im Gewebe an. Zur Gelbfärbung kann es aber auch kommen, wenn vermehrt rote Blutkörperchen abgebaut werden und damit ein absoluter Bilirubin-Überschuss entsteht.

Neben dieser Form der „Gelbsucht“, die auf eine Hämolyse zurückgeht, kann ein Ikterus auch durch Erkrankungen der Leber (etwa den Befall mit Leberegeln) oder Abflussstörungen der Gallenflüssigkeit (Verlegung des Gallengangs) ausgelöst werden. Im Hinblick auf die Diagnose und Behandlung eines Ikterus muss durch den Tierarzt die genaue Ursache geklärt werden. Dazu ist eine Auswertung

1. des Blutbilds,
2. der Leberwerte,
3. von Biopsien (Gewebeentnahmen) oder
4. sonografischen Aufnahmen (Ultraschall des Bauchraums)

nötig. Je nach erkanntem Auslöser kann anschließend eine Behandlung des Ikterus erfolgen. Beispielsweise kann der hämolytische Ikterus auf einen Befall mit Parasiten wie Babesien (siehe Babesiose) oder Vergiftungen hindeuten. Bei Lebererkrankungen bzw. Abflussstörungen ist an Entzündungen sowie Tumore der beteiligten Organe zu denken.