Floh

Flöhe (wissenschaftlicher Name Siphonaptera) gehören zu den Insekten, besitzen keine Flügel und ernähren sich parasitär. Der überwiegende Teil der heute bekannten Floharten parasitiert Säugetiere, indem mithilfe der Mundwerkzeuge das Blut der Wirte aufgenommen wird. Diese parasitäre Lebensweise und die Tatsache, dass Flöhe auch Fehlwirte besetzen, macht die Ordnung Siphonaptera zu Insekten, die sich über Haustiere wie Hunde auch auf den Menschen verbreiten.

Lebensweise der Ordnung Siphonaptera

Zugute kommt den Flöhen dabei ihre besondere Anatomie. Ausgestattet mit kräftigen Hinterbeinen, gelingen den Tieren Sprünge, die einem Vielfachen der eigenen Körperlänge entsprechen. Die überwundene Distanz kann – je nach Flohart – von einigen Zentimetern bis zu mehr als einem Meter reichen. Parasitär ernähren sich in der Regel nur die erwachsenen (adulten) Stadien. Im Larvenstadium deckt der Floh seinen Nährstoffbedarf aus organischer Substanz in der näheren Umgebung.

Anders als von breiten Bevölkerungsschichten angenommen, lebt der Floh nicht ständig auf seinem Wirt. Ei- und Larvenstadien leben abseits der Wirtstiere. Arten, die zu den Nestflöhen (halten sich in der Regel im Umkreis der Ruheplätze ihrer Wirte auf) gehören, werden nur zu den Blutmahlzeiten auf den Wirtstieren angetroffen, sind häufig nachtaktiv und daher nur selten tagsüber anzutreffen. Pelzflöhe pflegen eine andere Lebensweise. Diese Flohgruppe heftet sich an die Behaarung der Wirtstiere an und gelangt so von A nach B.

Gesundheitsrisiko Floh – Flohbissallergie und allergische Flohdermatitis (AFD)

Die besondere Gesundheitsgefahr geht von Flöhen einerseits durch die relative Toleranz im Hinblick auf einen Fehlwirtbefall aus. Hundehalter werden eher selten vom Menschenfloh gebissen. Häufiger treten hier Katzen- und Hundefloh in Erscheinung. Ein weiteres Problem ist die starke Vermehrungsrate der Tiere. Ein Weibchen kann über den gesamten Lebenszyklus bis zu 400 Eier ablegen. Der dritte Punkt betrifft die Übertragung von Krankheiten. Neben Borreliose kann ein Floh auch die Erreger von Fleckfieber, Bandwurm & Co. übertragen. Zudem kommt es durch den Speichel sehr häufig zu Juckreiz und allergischen Reaktionen bzw. Allergien.

Die Stiche jucken stark, sind gerötet und können sich durch Kratzen entzünden bzw. Sekundärinfektionen begünstigen. Weiterhin hält der Heilungsprozess mitunter über einen langen Zeitraum an. Flohbiss-Allergien treten übrigens nicht nur beim Menschen auf. Auch Hunde können betroffenen sein und entsprechende Dermatosen entwickeln. Deutliches Anzeichen einer caninen Flohbissallergie ist starker Juckreiz im Bereich der hinteren Gliedmaßen. Der Hund reagiert mit Benagen und Lecken. Parallel kommt es zu Hauveränderungen, wie Papeln, Krusten, eitrigen Entzündungen – bis hin zu Verdickungen der Haut, einer Hyperpigmentierung oder Haarausfall. Die allergische Flohdermatitis (AFD) muss einmal erkannt unbedingt behandelt und eine Flohexposition vermieden werden.

Prophylaxe und Bekämpfung

Aufgrund des Gesundheitsrisikos für Mensch und Tier müssen Hundehalter auf eine geeignete Flohprophylaxe hinarbeiten. Hier lässt sich beispielsweise mit Präparaten arbeiten, die auf die Haare des Tieres aufgetragen werden und Insektizide bzw. Entwicklungshemmer (gegen die Larvenstadien) enthalten. In einigen Tarifen zur Hundekrankenversicherung sind vorbeugende Maßnahmen gegen Flohbefall erstattungsfähig (oft im Rahmen festgelegter Summengrenzen).

Um Flohbefall neben den typischen Bissspuren festzustellen, wird am besten nach dessen Hinterlassenschaften gesucht. Flohkot (1 – 2 mm lang, kommaförmig) verfärbt sich auf einem feuchten Papiertaschentuch rot, da er aus unverdauten Blutresten besteht. Fällt die Kotprobe positiv aus, muss nicht nur der Hund entsprechend behandelt werden. Auch die Umgebung inklusive Schlafplatz ist mit entsprechenden Präparaten zu behandeln und zu entseuchen.

Zusätzlich sind Polstermöbel, die der Floh als Ruheplatz und für die Eiablage nutzt, zu reinigen. Wird ein Insektizid zur Siphonaptera-Bekämpfung eingesetzt, sollte es in seiner Wirkung nicht nur die erwachsenen Tiere abtöten, sondern auch gegen die Larvenstadien wirksam sein. Darüber hinaus ist beim Reinigen der Wohnung/Umgebung des Schlafplatzes auf feuchte Putzlappen oder ähnliche Utensilien zu verzichten.

Der Grund: Durch die Feuchtigkeit wird die Entwicklung der Floheier begünstigt. Der Griff zum Staubsauger ist hier eher zu empfehlen. Der Staubbeutel sollte anschließend versiegelt und umgehend entsorgt werden. Da in einem befallen Areal meist mehrere Entwicklungsstadien koexistieren, ist die Entseuchung gegebenenfalls zu wiederholen.