Fieber

Fieber ist eine Abweichung der Körperkerntemperatur vom normalen Temperaturmittel (Basaltemperatur). Grundsätzlich tritt Fieber nicht nur beim Menschen im Zusammenhang mit Erkrankungen oder Veränderungen des Allgemeinzustands auf. Auch Hunde und andere Haustiere leiden unter Fieber. Aber: Anders als in der Humanmedizin, wo eine rektal gemessene Körperkerntemperatur von 38,5 °C bereits als leichtes Fieber anzusehen ist, bewegt sich der Hund hier noch im Rahmen seines normalen Temperaturmittels.

Die normale Körpertemperatur eines Hundes liegt zwischen 38 °C bis 39 °C – sie ist also um circa ein Grad höher als beim Menschen. Allerdings müssen Halter in diesem Zusammenhang berücksichtigen, dass die pathogene Obergrenze bei ähnlichen Gradzahlen wie in der Humanmedizin anzusiedeln ist. Auch für Hunde ist eine Hyperthermie (Erhöhungen der Körpertemperatur) von mehr als 40 °C besorgniserregend bzw. potenziell gefährlich.

Hintergrund: Ab einer Temperatur von circa 42 °C beginnt die Zerstörung von Eiweißverbindungen. Sofern ein Organismus nicht mehr von selbst zur Regulation der Hyperthermie in der Lage ist, muss er unter ärztliche Aufsicht gestellt werden.

Wird beim Hund eine Körperkerntemperatur zwischen 39,3 bis 42 °C gemessen, ist hier von Fieber zu sprechen. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Begleiterscheinung, die auf eine Erkrankung des Hundes schließen lässt. Meist bleibt ohne nähere Untersuchung aber unklar, wo der eigentliche Krankheitsherd genau lokalisiert ist. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass das Ansteigen der Körperkerntemperatur bei vielen Krankheitsbildern auftritt.

So können infektiöse Erkrankungen, wie eine

1. Borreliose,
2. Leptospirose,
3. Leishmaniose,
4. Staupe oder
5. Tollwut

genauso zu Fieber beim Hund führen wie

6. immuninduzierte Krankheitsbilder,
7. Entzündungen,
8. Arzneimittelnebenwirkungen usw.

Hinsichtlich der Behandlung von Fieber sind verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Neben der Höhe ist vor allen Dingen die Dauer von Bedeutung. Kurzzeitige Hyperthermie bedarf meist keiner weiteren Therapie. Der Gang zum Tierarzt ist allerdings anzuraten, wenn das Fieber sehr stark steigt und offensichtlich keine Thermoregulation mehr stattfindet oder das Fieber über einen längeren Zeitraum anhält.

Dieser muss dann in erster Linie auf eine Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung setzen, da mit deren Abklingen in aller Regel auch das Fieber wieder sinkt. In einigen Fällen ist es aber durchaus angebracht – ähnlich der Humanmedizin – fiebersenkende Arzneimittel einzusetzen. Letztere dürfen aber niemals ohne ärztliche Kontrolle verabreicht werden. Präparate, wie sie im Bereich der Humanmedizin erfolgreich als Antipyretika Verwendung finden, sind nicht zwingend für Hunde geeignet.