Ellbogendysplasie

Der Begriff Ellbogendysplasie (ED) beschreibt eine Erkrankung des Hundeskeletts, die vorrangig bei Rassen mit hohem Körperwachstum in Erscheinung tritt. Dabei kommt es zu Fehlentwicklungen am Ellbogengelenk, die im weiteren Verlauf zu schweren Abnutzungserscheinungen, Schmerzen und Funktionseinschränkungen führen. An der Entstehung einer Ellbogendysplasie sind im Wesentlichen

1. Oberarmknochen
2. Elle und
3. Speiche

beteiligt. In der Tiermedizin wird die Ellbogendysplasie zwar als Erbkrankheit eingestuft, der genaue Erbgang ist derzeit allerdings nicht wissenschaftlich geklärt. Besonders prädestiniert für die Ausbildung der Ellbogendysplasie sind in Form rassespezifischer Erkrankungen Rassen wie der

1. Rottweiler,
2. Labrador Retriever und
3. Deutsche Schäferhund.

Auslöser der Ellbogendysplasie sind nicht korrekt zueinanderpassende Knochenstrukturen. Durch diese Inkongruenz der Gelenkbausteine kommt es zu Verhärtungen bzw. in späteren Stadien der ED zur Bildung sogenannter Osteophyten (Knochenneubildungen im Gelenkbereich).

Das klinische Bild einer Ellbogendysplasie zeigt meist verschiedene Veränderungen. Beispielsweise kann es zu einer Stufenbildung zwischen Elle und Speiche, Ablösungen von Knorpelsubstanz oder einzelner Gelenksbestandteile kommen. Hinsichtlich der Schweregrade wird in der Veterinärmedizin heute mit der IEWG-Skala (International Elbow Working Group) gearbeitet:

Arthrose-Ausbildung Schweregrad  
normal 0 weder Osteophyten noch Sklerose erkennbar
milde Arthrose I Osteophyten < 2 mm/Sklerose im Bereich der Ulna-Gelenkfläche
moderate Arthrose II Osteophyten 2 – 5 mm groß
schwere Arthrose III Osteophyten > 5 mm

Halter betroffener Hunde erkennen die Ellbogendysplasie häufig an der beginnenden Lahmheit, die im Verlauf der Erkrankung immer weiter zunimmt. Neben der genetischen Komponente spielen auch das Belastungsszenario sowie die Fütterung eine Rolle. Je nach Schwere der ED sind erste Anzeichen bereits nach wenigen Lebensmonaten sichtbar.

Da die eigentlichen Ursachen der Dysplasie nicht behandelt werden können, findet heute im Allgemeinen nur eine Symptom-Therapie statt. Erkennt der Tierarzt bei der Untersuchung, die vor allem mit Röntgenbildern arbeitet, eine Ablösung von Gelenkbestandteilen, sind operative Eingriffe zu deren Entfernung in der Regel nötig. Je nach Scheregrad kann sogar eine vollständige Versteifung des Gelenks erforderlich werden.

Parallel zu den chirurgischen Eingriffen sollten betroffene Hunden geschont werden, um die Belastungen der Gelenke zu minimieren. Dazu gehören nicht selten eine Gewichtsreduktion sowie die Umstellung des Hundefutters. Insgesamt kann mit den Methoden der modernen Tiermedizin eine durchaus angemessene Lebensqualität für betroffene Tiere hergestellt werden.

Allerdings ist die Behandlung der Ellbogendysplasie nur bedingt über die Hundekrankenversicherung bzw. Hunde-OP-Versicherung gedeckt. Seitens der Versicherer werden Erbkrankheiten in der Regel ausgeschlossen. Es empfiehlt sich daher frühzeitig zu klären, inwiefern entsprechende Klauseln nur den Zeitpunkt der Antragstellung erfassen oder aber das späte Auftreten der ED nicht versichert ist. Ein genauer Blick in die Allgemeinen Versicherungsbedingungen ist daher unabdingbar.