Angeborene Fehlentwicklung

Der Begriff der angeborenen Fehlentwicklung wird im Rahmen der Hundeversicherungen vor allem im Bereich der Absicherung gegen mögliche Krankheitskosten verwendet. Die Versicherer umreißen damit ein Spektrum verschiedener Diagnosen, zu denen unter anderem Hüftgelenksdysplasie oder Kryptorchismus gehören. Dabei spielt es für den Ausschluss der Leistungen in diesem Zusammenhang mitunter keine Rolle, ob sich das klinische Bild der Fehlentwicklung bereits manifestiert hat.

In den Versicherungsbedingungen sprechen die Gesellschaften häufig von angeborenen Fehlentwicklungen, die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses „vorhanden oder bekannt waren“. Diese Formulierung ist für den Halter alles andere als eindeutig, da das Vorhandensein genetischer Fehlentwicklungen aus Sicht eines Laien im Alltag nicht zweifelsfrei zu beurteilen ist. Konnten weder der Halter noch der behandelnde Tierarzt Anzeichen erkennen, ist bei Vertragsschluss von einem gesunden Tier auszugehen.

Aufgrund des erheblichen Kostenrisikos, das durch entsprechende Krankheitsbilder wie Dysplasien oder Maligne Histiozytose entstehen kann, ist eine Klärung des Sachverhalts durch Rücksprache mit dem Versicherer zu empfehlen. Darüber hinaus sind am Markt Tarife erhältlich, die in ihren Formulierungen einen Leistungsausschluss aufgrund angeborener Fehlentwicklung ganz klar nur auf das Vorhandensein klinischer Symptome abstellen und dem Halter damit eine gewisse Sicherheit geben.

Zu regelmäßig in Erscheinung tretenden Fehlentwicklungen gehört unter anderem

die degenerative Myelopathie,
die Hyperurikosurie,
das Exercise Induced Collapse-Syndrom,
die von-Willebrand Erkrankung,
die Entwicklung von Dysplasien und
das Auftreten der progressiven Retinaatrophie.