Tarifrechner zur Hundehaftpflicht-Versicherung

Informationen zur Hundehaftpflichtversicherung

In etwa 5,3 Millionen deutschen Haushalten werden Hunde gehalten. Damit muss sich der beste Freund des Menschen zwar den Samtpfoten geschlagen geben, bleibt aber trotzdem eines der beliebtesten Haustiere – Tendenz steigend.
Für ihren treuen Verbeiner geben Hundebesitzer laut Heimtierbedarfsstatistik des IVH (Industrieverband Heimtierbedarf e. V.) immer mehr Geld aus. 2013 lag der Marktanteil allein beim Hundefutter bei 1,2 Mrd. Euro. Für den Hund nur das Beste – ein Credo, das auch die veränderte Sichtweise auf das Haustier Hund deutlich macht, denn in vielen Familien ist er nicht mehr Nutz- und Arbeitstier, sondern ein Familienmitglied auf Augenhöhe, das Pflege, Zuwendung und Leckerbissen verdient hat.

Schadenersatz – Haftung mit Folgen

Bei der Anschaffung eines Hundes geht es nicht nur darum, einen Partnerersatz oder Spielkameraden in den Haushalt zu holen. Die Hundehaltung zieht ganz automatisch auch ein hohes Maß an Verantwortung nach sich. Dass der Vierbeiner gefüttert, richtig gepflegt und körperlich gefordert werden will, liegt auf der Hand. Ihre Verantwortung als Halter hört hier aber nicht auf. Gerade, wenn es zum Aufeinandertreffen mit Nachbars Kindern oder dem Briefträger kommt, lauern Gefahrenquellen, die schnell schwerwiegende Folgen haben können. Gleiches gilt für kleine Unachtsamkeiten beim täglichen Spaziergang.

Leider kommt es jedes Jahr zu so schweren Attacken auf Kinder und Erwachsene, dass die Betroffenen ihren Verletzungen erliegen. Zahlen aus den 1990er Jahren belegen im Durchschnitt 3,9 Todesfälle pro Jahr. Zwar führt Deutschland keine Beißstatistik – aber es liegen Zahlen aus der Schweiz vor. Für das Jahr 2009 meldeten die Eidgenossen knapp 5.100 Vorfälle.

Zahlen, die Ihre Verantwortung als Hundehalter deutlich machen. Auch der Gesetzgeber hat die Risiken erkannt. Die Folge: Aufgrund von § 833 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) müssen Sie als Halter mit Schadenersatzansprüchen rechnen, da hier eine weitreichende Halterhaftung definiert wird. Wie teuer es im Ernstfall werden kann, zeigen in der Vergangenheit gefällt Urteile. So ging es beispielsweise in einem vor dem Landgericht Mannheim verhandelten Verfahren (Az.: 8 O 32/06) um einen Streitwert in erheblicher fünfstelliger Höhe.

Dabei kam durch die Beißattacke „nur“ ein anderes Haustier zuschaden. Bleiben erhebliche Folgeschäden beim Menschen zurück, sind Schadenssummen in sechsstelliger Größenordnung denkbar – ein Szenario, dass auch in anderen Situationen keine Seltenheit ist. Reißt sich Ihr Hund beim Gassi gehen beispielsweise von seiner Leine los und springt einen anderen Spaziergänger an, der sich bei seinem Sturz bleibende Verletzungen zuzieht, haften Sie auch hier. Wie aber der Halterhaftung aber vorbeugen?

Absicherung durch die Hundehaftpflichtversicherung

Grundsätzlich sind Haftungsrisiken im Alltag durch die private Haftpflichtversicherung gedeckt. Letztere greift im Fall der Hundehaltung aber im Allgemeinen nicht, da viele Versicherer entsprechende Schadenersatzforderungen zum Gegenstand ihrer Leistungsausschlussklauseln machen. Schäden, für die Ihr Hund verantwortlich ist, sind damit in der privaten Haftpflicht nicht mitversichert. Die Privathaftpflichtversicherung bietet also keinen ausreichenden Schutz. Einzig der Abschluss einer speziellen Tierversicherung in Form der Hundehaftpflichtversicherung kann Sie daher vor den Risiken der Hundehaltung angemessen schützen.

Diese Ausschnittsversicherung, die in einigen Bundesländern bereits Pflicht für Hundehalter ist, wird inzwischen von vielen Gesellschaften angeboten und sichert wesentliche Halterrisiken ab. Dazu gehören unter anderem Personen- und Sachschäden, die durch Ihren Hund verursacht werden. Des Weiteren übernehmen die Versicherer sogenannte Vermögensschäden bzw. Vermögensfolgeschäden. Dies können zum Beispiel Lohnersatzleistungen sein, die sich aus einer Arbeitsunfähigkeit ergeben. Generell sollten Sie bezüglich der Deckungssumme eine Untergrenze von drei Millionen Euro nicht unterschreiten, es sind eher Summen von fünf Millionen Euro sinnvoll. Hintergrund: Ist die Versicherungssumme der Hundehalterhaftpflicht zu niedrig, gehen höhere Schadenssummen zu Ihren Lasten.

Hundehaftpflicht Versicherungspflicht Bundesländer


Was muss eine Hundehaftpflichtversicherung leisten?

Grundsätzlich bieten die meisten Tarife in der Hundehaftpflicht einen ähnlichen Grundschutz. Neben den genannten Leistungsbereichen des

  • Personenschadens,
  • Sachschadens und
  • Vermögensfolgeschadens

übernehmen die Versicherungen eine passive Rechtsschutzfunktion. Diese Tatsache ergibt sich aus der Prüfung von Schadenersatzansprüchen bezüglich der Rechtmäßigkeit und einer eventuell nötigen juristischen Vertretung.

Darüber hinaus werden in die Tarifbedingungen oft unterschiedliche Leistungsbausteine eingeflochten. Hierzu gehören unter anderem

  • Mietsachschäden (wenn der Hund an gemieteten Sachen wie z.B. der Mietwohnung oder dem Zimmer im Hotel einen Schaden verursacht),
  • der ungewollte Deckakt,
  • eine Mitversicherung für Welpen (im Allgemeinen bis zu einem Alter von 12 Monaten),
  • Flurschäden,
  • die Teilnahme an Hunderennen, Hundeschauen oder Ähnliches und
  • eine Schadensdeckung für Aufenthalte im Ausland (nur vorübergehend).

Allerdings sind diese Leistungen nicht in jedem Tarif enthalten bzw. können abgestuft werden. Beispielsweise erkennen einige Versicherungsgesellschaften Leistungen aus einem Mietsachschaden an Gebäudeteilen an, andere Gesellschaften versichern auch bewegliche Gegenstände. Auch die Teilnahme an Hundeschauen oder Rennen ist nicht überall Bestandteil des Leistungskatalogs. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass alle Familienmitglieder, aber auch fremde Hüter, den Schutz der Versicherung genießen.

Unser Tipp: Nutzen Sie in einem ersten Schritt unseren Vergleich zur Hundehaftpflichtversicherung und wählen Sie passende Tarife aus. In einem zweiten Schritt sind die Tarife miteinander zu vergleichen und es ist zu prüfen, ob die Versicherungsbedingungen zu Ihnen passen und der Leistungsrahmen auf Ihren Hund zugeschnitten ist.

Die Hunderasse – das Problem der Listenhunde

Viele Hundehalter suchen nach einer günstigen Versicherung. Leider wird ein umfassender Versicherungsschutz so vorschnell dem niedrigen Beitrag geopfert. Günstig bedeutet jedoch nicht zwangsläufig passend – Versicherungsschutz und Prämie sind von verschiedenen Faktoren abhängig.
Was zählt, sind unter anderem die Leistungshöhe, der Umfang einzelner Leistungsbausteine, die Zahlungsweise, vereinbarte Selbstbehalte und natürlich die Hunderasse.
Hierbei ist vor allem entscheidend, ob Ihr Vierbeiner in die Kategorie der sogenannten Listenhunde fällt oder nicht. Dabei handelt es um Rassen, die allgemein als Kampfhunde bezeichnet werden – wie Pitbull, Mastiff, Rottweiler oder Tosa Inu. Seitens der Behörden wird für diese Rassen von einer erhöhten Gefährdung ausgegangen. Die Folge: Versicherer sehen in Ihrem Hund ein größeres Risiko. Es kann passieren, dass der Beitrag teilweise um mehr als das Doppelte und damit deutlich steigt – oder Sie auf einen Spezialtarif für Listenhunde verwiesen werden.

Wichtig: Ausschlaggebend für die Einstufung sind nicht die Rasselisten auf Ebene der einzelnen Bundesländer, sondern die in den Versicherungsbedingungen enthaltenen Rasselisten. Machen Sie im Vertrag falsche Angaben zur Rasse Ihres Vierbeiners, kann dies im Schadensfall zum Verlust des Versicherungsschutzes und der Leistungspflicht der Versicherung führen.

Am Beitrag sparen – und trotzdem richtig versichert sein

Die Prämien für eine Absicherung in der Hundehaftpflichtversicherung liegen je nach versicherter Rasse und Anzahl der versicherten Hunde im Allgemeinen zwischen einem mittleren zweistelligen bis dreistelligen Jahresbeitrag. Als Halter können Sie trotzdem an der Prämie sparen – ohne die Leistungen gravierend beschneiden zu müssen. Prämienrabatte werden unter anderem eingeräumt, wenn Sie

  • eine jährliche Zahlungsweise wählen,
  • mehrjährige Verträge abschließen oder
  • eine Selbstbeteiligung vereinbaren.

Gerade der letztgenannte Aspekt bringt in der Regel die größte Beitragsersparnis ein. Passen Sie den Selbstbehalt aber immer an die eigenen finanziellen Verhältnisse an, da Sie Kosten zuerst bis zu dessen Höhe übernehmen müssen – bevor die Versicherung einspringt.

Nutzen Sie unseren Hundehaftpflichtversicherungsvergleich, um sich einen Überblick über aktuelle Versicherungstarife und Leistungen der verschiedenen Anbieter zu verschaffen – und versichern Sie Ihren liebsten Vierbeiner optimal. Unseren Vergleichsrechner nutzen Sie dabei selbstverständlich kostenlos. Ein weiterer Service: Bei Fragen und Anregungen erreichen Sie uns montags bis freitags zwischen 8 und 17 Uhr außerdem im Live-Chat oder per Telefon.

Die häufigsten Fragen zur Hundehaftpflichtversicherung


Wie genau sieht der Leistungsumfang einer Hundehaftpflichtversicherung aus und was zeichnet diese Versicherungsvariante aus?

Wer ist der Versicherungsnehmer in der Hundehaftpflichtversicherung und wovon sind die Versicherungsbeiträge abhängig?

Wie wird die Hundehaftpflichtversicherung richtig abgeschlossen beziehungsweise welche Daten und Dokumente müssen der Versicherung vorliegen und wie erfolgt die Prüfung der Unterlagen?

Welche besonderen Absicherungen können in der Hundehaftpflichtversicherung getroffen werden?

Ab welchem Zeitpunkt besteht in der Hundehaftpflichtversicherung Versicherungsschutz und wie sieht die durchschnittliche Versicherungslaufzeit aus?

Unter welchen Voraussetzungen und Gegebenheiten tritt die Hundehaftpflichtversicherung ein und wie sieht die optimale Verhaltensweise des Hundebesitzers im Schadenfall aus?

Welche Pflichten entstehen mir als Versicherungsnehmer?

Was genau wird unter den Begriffen Vermögensschäden, Personenschäden und Sachschäden in der Hundehaftpflichtversicherung verstanden?

Greift die Hundehaftpflichtversicherung auch im Ausland und welche speziellen Maßnahmen sind im Hinblick auf die Schadensmeldung zu beachten?

Wie kann die Hundehaftpflichtversicherung für den Vierbeiner gekündigt werden beziehungsweise kann von der Versicherung zurückgetreten werden und werden hier zusätzliche Kosten fällig?


Wie genau sieht der Leistungsumfang einer Hundehaftpflichtversicherung aus und was zeichnet diese Versicherungsvariante aus?

Seitens der Hundehaftpflichtversicherung werden Personen-, Sach- und daraus folgende Vermögensschäden wie zum Beispiel ein Verdienstausfall gedeckt. Grundlage eines Haftungsanspruchs gegen die Versicherung ist § 833 Bürgerliches Gesetzbuch, durch den die Verantwortung für Schäden durch das Tier dem Halter zugeschrieben wird. In der Praxis können sich Schadenersatzansprüche unter anderem durch Verbiss an Mobiliar, Beißattacken gegenüber Passanten und anderen Tieren, Eingriffe in den Straßenverkehr oder Gewässerschäden ergeben. Die Besonderheit der Hundehaftpflichtversicherung ist darin zu suchen, dass sie als Spezial- bzw. Ausschnittsversicherung genau jenes Halterrisiko aufgreift, welches in der reinen Privathaftpflichtversicherung zu den Leistungsausschlüssen gehört.

 

Wer ist der Versicherungsnehmer in der Hundehaftpflichtversicherung und wovon sind die Versicherungsbeiträge abhängig?

Im Allgemeinen tritt im Rahmen einer Hundehaftpflichtversicherung der Halter des versicherten Hundes als Versicherungsnehmer auf. Damit ergeben sich für den Hundehalter gewisse Pflichten, die bereits mit der Antragstellung beginnen (beispielsweise die nach dem Versicherungsvertragsgesetz vorgeschriebenen Anzeigepflichten) und sich über die Beitragszahlung sowie Fristen bei der Schadensmeldung fortsetzen. Als Versicherungsnehmer kann der Halter aber auch Rechte geltend machen – wie die Übernahme bzw. Regelung erhobener Schadenersatzforderungen. Hinsichtlich der Beitragsgestaltung zählt das versicherte Risiko, weshalb die Hunderasse eine Rolle spielt, genauso wie der Leistungsumfang. Darüber hinaus können die Zahlweise des Beitrags, ein vereinbarter Selbstbehalt und die Berufsgruppe des Versicherungsnehmers den Versicherungsbeitrag beeinflussen.

 

Wie wird die Hundehaftpflichtversicherung richtig abgeschlossen beziehungsweise welche Daten und Dokumente müssen der Versicherung vorliegen und wie erfolgt die Prüfung der Unterlagen?

Grundsätzlich sind im Antrag zur Hundehaftpflichtversicherung Angaben zum Halter und zum versicherten Hund zu machen. Hinsichtlich der Daten zum Versicherungsnehmer sind in erster Linie persönliche Informationen zum Wohnort, dem Alter und Ähnliches gefragt. Beim Hund geht es vor allem um die Frage, zu welcher Rasse das Tier gehört oder ob es sich um einen Mischling handelt, wie alt der Hund ist – und ob eine Vorversicherung bestanden hat. In den Antragsunterlagen wird auch nach Vorschäden gefragt. Alle Angaben sind – um Ärger mit dem Versicherer aus dem Weg zu gehen – wahrheitsgemäß zu machen. Da der Antrag oft nur hinsichtlich der Plausibilität geprüft wird und genaue Prüfungen erst im Leistungsfall stattfinden, riskieren Versicherte andernfalls nicht nur den Versicherungsschutz, sondern auch einen Leistungsausschluss.

 

Welche besonderen Absicherungen können in der Hundehaftpflichtversicherung getroffen werden?

Hundehaftpflichtversicherungen erfassen ein breites Leistungsspektrum. Da die Versicherer unterschiedliche Leistungen in einzelnen Tarifen unterbringen können, ist die Gestaltung des Absicherungsrahmens von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich. Zu den besonderen Leistungen eines Hundehaftpflichttarifs sollte aber in jedem Fall die Mitversicherbarkeit von Familienangehörigen gehören. Gleiches gilt für Ihren Hundesitter, der zum Beispiel während der Ferien den Vierbeiner betreut. Ebenfalls ein wichtiger Punkt betrifft Mietsachschäden, die in der Rückschau teuer werden können, aber nicht in jedem Tarif eine Rolle spielen. Als Versicherungsnehmer sind Sie hinsichtlich der Leistungen Ihrer Hundeversicherung zudem gut beraten, wenn seitens der Versicherung auch der ungewollte Deckakt in das Leistungsportfolio aufgenommen wird.

 

Ab welchem Zeitpunkt besteht in der Hundehaftpflichtversicherung Versicherungsschutz und wie sieht die durchschnittliche Versicherungslaufzeit aus?

Grundsätzlich beginnt die Hundehaftpflichtversicherung mit dem im Versicherungsschein genannten Datum. Bedingung ist, dass der Versicherungsnehmer den Erstbeitrag (bzw. Einmalbeitrag) innerhalb der vorgesehenen Fälligzeit zahlt. Abweichende Regelungen sind allerdings möglich, Auskunft geben die Versicherungsbedingungen und Risikobeschreibungen zu den einzelnen Tarifen. Halter müssen an dieser Stelle beachten, dass der Beginn der Versicherung nicht automatisch einen wirksamen Leistungsanspruch begründet, da sich dieser aufgrund von Wartezeiten verzögern kann. Hinsichtlich der Vertragsdauer sind Jahresverträge üblich, die sich stillschweigend verlängern. Allerdings können sich Halter auch für mehrjährige Laufzeiten entscheiden, meist erhalten Sie im Gegenzug hierfür einen Beitragsrabatt. Der Versicherungsvertrag kann sich dann über drei bis fünf Jahre – oder noch länger – erstrecken.

 

Unter welchen Voraussetzungen und Gegebenheiten tritt die Hundehaftpflichtversicherung ein und wie sieht die optimale Verhaltensweise des Hundebesitzers im Schadenfall aus?

Sobald es zu einem durch den Hund verursachten Schaden kommt, ist dieser ein Fall für die Hundehaftpflichtversicherung. Die Regulierung muss aber nicht so aussehen, dass die Ansprüche tatsächlich befriedigt werden. Zuerst wird geprüft, ob die erhobenen Ansprüche überhaupt berechtigt sind – sprich unter die Haftung nach § 833 fallen. Vorsatz oder eine gewerbliche Nutzung des Tieres – beispielsweise als Jagdhund – stehen einer Regulierung durch die Zahlung der Schadenersatzsumme entgegen. Ebenfalls zu Einschränkungen kann ein Fehlverhalten des Halters führen – etwa durch eine Verletzung der Pflichten bei der Schadensmeldung. Letztere hat meist innerhalb einer festgelegten Frist zu erfolgen, sollte nach Möglichkeit die Schriftform beinhalten und hat so detailliert wie möglich zu sein. Des Weiteren muss der Versicherte bestrebt sein, den Schaden zu minimieren und sollte keinesfalls ein frühes Schuldeingeständnis oder Ähnliches abgeben.

 

Welche Pflichten entstehen mir als Versicherungsnehmer?

Als Versicherungsnehmer haben Halter in der Hundehaftpflichtversicherung grundsätzlich Informations- und Beitragszahlungspflichten zu erfüllen. Letztere erstrecken sich auf den Erst- und Einmalbeitrag sowie die Folgebeiträge. Diese sind in vereinbarter Höhe zum Tag der Fälligkeit auf das Konto des Versicherers zu leisten. Hinsichtlich der Informationspflichten ist zwischen dem Antrag und dem laufenden Versicherungsschutz zu unterschieden. Die vorvertragliche Anzeigepflicht ist durch das Versicherungsvertragsgesetz ein rechtlich verbriefter Anspruch des Versicherers gegen den Antragsteller, der alle gefahrrelevanten Angaben, nach denen er schriftlich gefragt wird, auch zu machen hat. Die vertragstypischen Pflichten umfassen in erster Linie die fristgerechte Schadensmeldung, den Verzicht auf Schuldeingeständnisse und die Übertragung der rechtlichen Vertretung im Schadenfall auf den Versicherer.

 

Was genau wird unter den Begriffen Vermögensschäden, Personenschäden und Sachschäden in der Hundehaftpflichtversicherung verstanden?

Als Personenschaden gilt in der Hundehaftpflichtversicherung jede gesundheitliche Beeinträchtigung von Dritten durch das versicherte Tier. Dies kann beispielsweise die Folge einer Bissverletzung sein, die je nach Schwere bis zur stationären Behandlung reicht. Aber auch der Sturz eines Radfahrers, welcher dem Hund ausweichen muss und sich eine Fraktur zuzieht, kann ein Personenschaden sein. Hinsichtlich der Sachschäden wäre die zerbissene Couch von Bekannten ein Versicherungsfall – genauso wie das Fahrrad aus dem Beispiel zum Personenschaden. Vermögensschäden in der Hundehaftpflichtversicherung entstehen als Folge von Personen- und Sachschäden, hier wird vom unechten Vermögensschaden gesprochen. Der Radfahrer ist Freiberufler und kann 2 Monate nicht mehr arbeiten – der Verdienstausfall wäre ein Vermögensfolgeschaden. Gleiches gilt, wenn ein Motorradkurier dem Hund ausweichen muss, selbst unverletzt bleibt, das Motorrad als „Arbeitspferd“ aber ein Totalschaden ist und der Kurier seiner Tätigkeit erst nach einigen Tagen wieder nachgehen kann.

 

Greift die Hundehaftpflichtversicherung auch im Ausland und welche speziellen Maßnahmen sind im Hinblick auf die Schadensmeldung zu beachten?

Im Allgemeinen greift der Schutz einer Hundehaftpflichtversicherung auch im Ausland. Ausschlaggebend sind aber immer die Wortlaute der Versicherungsbedingungen, in denen der Geltungsbereich einer Hundehaftpflichtversicherung nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich strikt umrissen wird. Einige Versicherer garantieren den Schutz ihrer Tarife weltweit ohne Einschränkung, sofern eine festgeschriebene Aufenthaltsdauer nicht überschritten wird. Andere Tarife sehen räumliche Einschränkungen vor – beispielsweise kann der Versicherungsschutz auf den Raum der Europäischen Union eingeschränkt werden. Kommt es zu einem Schaden, sind die entsprechenden Vorgaben der Versicherungsbedingungen unbedingt zu beachten. Viele Versicherer halten für diesen Fall spezielle Notrufnummern bereit, die Halter nicht nur für die eigentliche Schadensmeldung nutzen sollten, sondern auch zum Absprechen der weiteren Schritte.

 

Wie kann die Hundehaftpflichtversicherung für den Vierbeiner gekündigt werden beziehungsweise kann von der Versicherung zurückgetreten werden und werden hier zusätzliche Kosten fällig?

Versicherungsnehmer können den Vertrag zur Hundehaftpflichtversicherung durch die außerordentliche oder eine ordentliche Kündigung beenden. Letztere ist unter Einhaltung der vorgesehenen Kündigungsfrist zum Ende der vertraglich festgeschriebenen Versicherungsperiode möglich. Darüber hinaus ist eine Kündigung bei mehrjähriger Vertragslaufzeit ab dem Ende des dritten Versicherungsjahres aufgrund von § 11 VVG mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten möglich. Außerordentliche Kündigungsrechte haben Sie, wenn es zu Beitragserhöhungen kommt – aber auch nach einem Versicherungsfall, hier hat der Versicherer allerdings gleiches Kündigungsrecht. Ebenfalls außer der Reihe endet der Vertrag, wenn es zum Wegfall des versicherten Interesses kommt, also Ihr Hund beispielsweise verstirbt und der Versicherer davon Kenntnis erlangt.

Wichtig: Kündigungsrechte und einen Rücktritt vom Vertrag kann der Versicherer nutzen, wenn es zu Verstößen gegen die vorvertraglichen Anzeigepflichten bzw. vertraglichen Obliegenheiten kommt. In diesem Fall bleibt die Hundehaftpflichtversicherung leistungsfrei, das finanzielle Risiko der Schadensregulierung liegt dann voll beim Versicherungsnehmer.